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Das Jahr ist noch keine zwei Monate alt, und schon haben wir einen Anwärter auf die Topliste der besten Tracks des Jahres 2008. Noch vor dem eigentlichen Recordrelease. Nur Dank Youtube.

CTM 08



Unvorsehbar war es ja nicht, dass es mich nach Berlin verschlägt, wenn hier die Transmediale startet, zumal ich ja extra darauf hingewiesen wurde. Nun, haben wir es aber leider nicht zur transmediale geschafft (noch nicht), sondern nur zur Eröffnungsparty vom club transmediale, der unter dem Titel "unpredictable" steht. Ebenso unvorhersehbar war denn auch die schriftliche Einladung, welche wir doch noch rechtzeitig vor unserem Eintreffen im Club Maria erhalten haben.

Im Maria selbst, war erst eines ganz schlecht: Die Performance der "Künstler". Ein Haufen schlecht gekleideter "look at me, I´m an artist" Engländer haben auf einer Bühne irgendwas gemacht. Irgendwas trifft es ganz gut. Dabei haben sie sich selbst gefeiert. Und das wars.
Parallel dazu haben auf der Hauptbühne Jahcoozi und die Detroit Grand Pubahs sehr nette Konzerte gegeben. Geraucht wurde tatsächlich kaum. Deutschland ist komisch seit dem 1.1.2008. Im Publikum wurde sogar Obst gegessen. Meine Schwester meinte: "Demnächst muss man sich vor dem Club die Schuhe ausziehen".

alive



Hab viel gesehen die letzten Tage und viel gegessen. In der Zwischenzeit hat sich wieder viel getan und ich komme kaum dazu den Berg abzuarbeiten, weil ich viel zu oft auf der Replaytaste ausrutsche.

«Popp popp» goes my Glock!

Es gibt ja den Trend aus bekannten und erfolgreichen Songs noch ein bisschen mehr herauszuholen, als das, was die eh schon können. In der Disco können Remixes dann für das gewisse Etwas sorgen, wenn man bekannte Elemente eines Lieds erkennt, das man besonders mag. Es ist dann, wie ein leichtes Kitzeln, ein kühler Hauch der einem den Rücken runterrennt, eine Extraportion an Spass, die ein guter Remix bringen kann.

Nun gibt es in unserem westlichen Nachbarland Frankreich einen Musiker, der nicht nur recht erfolgreich remixt, er macht vor allem eines ganz ausgezeichnet, und das wären «Edits» von bestehenden Songs, die meist schon etwas in die Jahre gekommen sind.
Während sich Remixes gänzlich vom Original entfernen können, stellen Edits jene Form der Überarbeitung dar, bei welcher die Substanz nicht elementar angegriffen wird. Es werden - wenn überhaupt - nur Kleinigkeiten oder Effekte hinzugefügt. Die eigentliche Leistung besteht in erster Linie in akkustischer Kosmetik. So wird in erster Linie an den vorhandenen Tönen rumgeschraubt, bis der Klang und stimmt und der Song dramatisch genug ist, um sich in die Herzen der Hörer zu fressen.
Eines der wohl beeindruckendsten Beispiele für einen Edit ist «Beggin'» von Frankie Valli, für welchen sich Pilooski verantwortlich zeichnet. Mit einigen Kniffen bastelte Pilooski hier einen Hit, der über geradezu fantastische Steigerungen verfügt und mit der offensichtlich überarbeiteten Bassline ganz kräftig nach vorne zieht. Beeindruckend sind die Edits vor allem deshalb, weil sie über Qualitäten verfügen, die minimalistischer elektronischer Musik eigen ist. Der Aufbau ist fein gegliedert, die Steigerungen durchdacht und das Ensemble einfach, aber mitreissend.

Einen Eindruck von der Qualität der Edits von Pilooski kann man sich, myspace sei Dank, auf einem seiner beiden Accounts (pilooski & pilooskiedits) machen. Als besonderer Anspieltipp sei hier noch der Edit des Tracks «Euro vs Dollar» des französischen Duetts Octet empfohlen, den man ebenfalls auf myspace findet.

Wer nun von den Pilooski Edits angefixt ist, dem sei gesagt, dass der Franzose einem Kollektiv namens «d-i-r-t-y» angehört, welches auf der eigenen Webseite unter anderem auch interessante Podcasts anbietet.


Nachtrag zum Thema «Verpassen» (Pt. III)

Lesestoff zum Trinken

sophie_hunger

Da les ich gemütlich in der neusten Ausgabe des Magazins und lande bei einem Artikel Namens Sophies Welt. "Ein Tour-Besuch", wie es in der Einleitung steht, einer Tour von Emilie Jeanne-Sophie Welti Hunger, kurz Sophie Hunger. Und nach einer kurzweiligen Einführung in die Welt der Sophie fängt das trinken an. Der Text lässt einem abheben, eintauchen und nacher mit nassen Haaren vor dem Bildschirm sitzen. Unbedingt lesen. Und dazu kann man die Musik von Sophie Hunger auf ihrer Myspace-Site hören. Und das mit dem Gefühl, etwas gutes zu tun.

A propos verpassen.



Eben hab ich eine Einladung zur Testvorführung eines Films bekommen, den ich liebend gerne sehen würde, der aber erst 2008 in den Staaten in die Kinos kommt: «Etienne!»

Aus dem Inhalt des Mails: "Es handelt sich dabei um die Geschichte von Richard, der seinen Zwerghamster auf eine Weltreise mitnimmt, als er erfährt, dass sein Haustier totkrank ist und nur noch fünf Tage zu leben hat."

Wenn das nicht eine tolle Geschichte ist. Hier der Trailer, ich mag die Farben! Ich hoff, der kommt auch in die Schweiz, denn das Screening werd ich leider verpassen.

«Eine neue ästhetische Dimension im Umgang mit der Barberei»

Gestern war auf der Frontseite des Feuilletons der FAZ gross das Interview mit Claude Lanzmann aufgemacht, dem Regisseur von dem neunstündigen Film «Shoa».
Das Interview insgesamt, war jetzt nicht ganz so interessant, viel interessanter schien doch das Buch, über welches sich der Interviewer mit Lanzmann unterhalten wollte: «Les Bienveillantes» von Jonathan Littell, einem «richtig guten Judenkopf», wie ihn Claude Lanzmann im Interview nannte.

Das Buch von Littell - die fiktiven Memoiren eines SS-Offiziers - wird zwar kritisch betrachtet, aber doch auch gelobt. Irgendwie klingt das Buch schon interessant - nach der Lektüre von einigen Kritiken, bin ich mir dann aber doch nicht ganz sicher, ob ich mir das antun soll, schliesslich habe ich noch genug anderes zu lesen.
Als Weihnachtsgeschenk für Familienmitglieder taugt es wohl eher weniger - auch wenn man dann reinschmökern könnte...

Wer nicht so viel über das Buch lesen möchte, hier ist ein dreiminütiger Beitrag von arte über das Buch.

Schlechtes Timing.



Wer rechtzeitig plant, ist trotzdem nicht davor gewappnet, interessante Dinge zu verpassen. So ist die Reise nach Wien schon gebucht und damit wird Justice in Lausanne wohl verpasst. Kaum in Wien geht die Reise auch bald schon wieder weiter, so dass auch der nächste französische Act, diesmal Sebastian Leger verpasst wird. Ist aber eigentlich nicht so tragisch, denn der Camera Club wirkt recht prollig, obwohl er nur einen Katzensprung von daheim wär...

Einen netten Track von Sebastian Leger gibts übrigens hier.


Pomos über alles seit dem Barock bis heute.

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