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Eben feiert Vitra die morgige Eröffnung der Ausstellung «Dubai next». Gekommen sind sie alle: Der Scheich, sein Angestellter, Michael Schindhelm und dessen Kuratoren, der Palästinenser Jack Persekian und der Architekt Rem Kolhaas. Was ursprünglich sehr interessant klang, entpuppte sich dann doch eher als lau. Die Veranstalter lobten in der Pressekonferenz sich selbst und Dubai. Dabei führte Schindhelm aus, dass die Dubai Culture & Arts Authority durch die eigene Arbeit mit lokalen und internationalen Künstlern einen Beitrag zum «globalen Frieden» leisten wolle. Man müsse in Dubai an einer «kulturellen Identität» arbeiten, zumal nur 20% der dortigen Bevölkerung Eingeborene sind.
Das dürfte generell schwierig sein, denn viele der Fremdarbeiter in Dubai wollen sich dort gar nicht dauerhaft niederlassen und zu so etwas wie einer kulturellen Identität beitragen, sondern nur Geld verdienen. Dubai sei daher nicht mit den USA vor ein-, zweihundert Jahren zu vergleichen. «That's Dubai» schloss Schindhelm...

Als die Konferenz beendet war, wollte man eine Fragerunde durchführen. Erst wollte niemand, und dann stellte doch noch jemand eine Frage, nämlich wie den die freie (westliche und zeitgenössische) Kunst und Dubai zusammengehen. Nachdem Schindhelm die Frage diplomatisch pariert hatte (es gehe natürlich nicht alles, man müsse auf Kultur und Menschen Rücksicht nehmen), meldete sich Persekian und antwortete, dass Kunst natürlich nur in geschütztem Raum und nur im entsprechenden Kontext präsentiert werden könne. Reine Provokation in Dubai, das ginge nicht, schliesslich beginne man ein Gespräch auch nicht mit einem Tritt ins Gesicht. Das stimmt zwar schon, aber manchmal kümmert das die Kunst bekanntlich nicht.

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Die Ausstellung selber ist nur mässig interessant, Foto- und Videoarbeiten von lokalen Künstlern werden mit Bildern aus dem Land präsentiert. Ergänzt und abgerundet wird das ganze durch eine historische Präsentation der Entwicklung Dubais, sowie zwei Architekturmodellen, deren Auswahl auch eher zufällig erfolgt zu haben scheint. Man wird den Eindruck nicht los, einer kollektiven Marketingaktion von Vitra und Dubai beigewohnt zu haben.
Phex - 4. Jun, 19:56

Kulturmix Dubai

Wobei die meisten Arbeiter, die "nur Geld verdienen und nicht bleiben wollen" unterbezahlte Asiaten sind, die gar kein Anrecht auf einen längeren Aufenthalt über ihre Anstellung hinaus haben und sich mit ihren Löhnen ein Leben dort gar nicht leisten könnten - bequemerweise werden sie in Barracken untergebracht und tragen ausser ihrer Arbeit nicht viel zum öffentlichen Leben Dubais bei. Revolution!


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