Gucken

Filme, die schneller historisch werden, als den Machern wohl lieb war




Tawisupleba heisst die georgische Nationalhymne. «Tawisupleba» heisst auch die Dokumentation über die georgische Kunstszene von Monika Rechsteiner. Der Film, der die georgischen Künstler auf so sympathische Weise portraitiert, ist nun wohl schon zu einem historischen Dokument geworden. Konnten die portraitierten Künstler noch über ihr Schaffen, sowjetische Kunst und über die zeitgenössische Kunst in einem Georgien Auskunft geben, in welchem kitschige Nationaldenkmäler errichtet werden, die jenen aus den letzten Jahrhunderten nachgeahmt sind, so ist zu befürchten, dass die akuten Probleme, der georgischen Kunst gar nicht bekommt.

Überraschend war auf jeden Fall, dass die im Film portraitierten so ausgezeichnet Deutsch sprechen konnten. Es bleibt zu hoffen, dass sie in der jetzigen Krise etwaige Beziehungen in die deutschsprachigen Gefilde aufrecht erhalten können...

Fernsehtipp: Manufactured Landscapes


Man braucht nicht nach China reisen, denn es gibt Filme über China. Und einen sehr guten zeigt das Schweizer Fernsehen diesen Sonntag um 11 Uhr. Da wird man vielleicht wach, da hat man vielleicht Zeit.

Tolle Bilder gibts da zu sehen, - sehr schön. Genau richtig für den Sonntag Mittag, wäre es doch nur nicht gerade so schön...

Produkte, die man nicht wirklich braucht... I


Heute: Arkitip Notebook Sleeve von Krink.


Es hat ja was immer was für sich, etwas zu haben, was nicht jeder hat und dann noch gut aussieht. Notebook Sleeves gehören da definitiv dazu. Denn nicht jeder Notebookbesitzer braucht so etwas für sein Arbeitsgerät.
Wenn dieses aber gut aussieht, dann könnte es sich manch einer zumindest überlegen, ob er es nicht doch braucht.
Nun, hat arkitip von einem etwas speziellen - oder eher einschlägig bekannten - Farbenhersteller, ein solches Sleeve herstellen lassen. Es sieht irgendwie gut aus und es gibt tatsächlich sogar ein Video über den Gestalter von diesem etwas eigenartigen Gebrauchsgegenstand.

Besonders amüsant ist aber - und der eigentliche Grund für dieses Posting ist -, wie der Farbenhersteller für sich auf seiner Webseite wirbt: «Krink was originally designed due to dissatisfaction with existing products in the art supply market.» Weiter klingt die Beschreibung fast schon so lyrisch, wie die Selbstbeweihräucherung auf den Verpackungen von Premiumprodukten im Lebensmittelbereich: «Carefully seeking out ingredients that were not readily available [...]».

Schlussendlich heisst es: «Krink studios have carefully developed a wide range of colors and markers, bringing high quality performance to the consumer. These are not your grandpa's markers! Krink uses 21st century innovation and technology to ensure products of the highest quality.»
Was das bedeutet, kann man im Bilderblog der Seite nachvollziehen. Wenn von hoher Qualität die Rede ist, dann ist gemeint, dass die Pigmentierung hoch und die Haftung (nicht im iuridischen Sinne) optimal ist.
Als familienfreundliches Unternehmen präsentiert sich Krink ausserdem, es gilt Wissen weiterzugeben. «Each one, teach one!», eben.

PingPong am NT




Am Samstag gibts eine Preview Party von PingPong, der CH-JP Jungdesigneraustauschinitiative. Mit dabei sind Akiko Kiyama, Emil Teiger und DJ7 und das ganze in der E-Halle..

Am Dienstag 29.7. ist dann Vernissage ebenda. Mit dabei bei PingPong sind Charlotte Matter und Iris Betschart .

Beissendes in der NNZaS


Die NZZ am Sonntag berichtet über die Besetzung des leerstehenden Hardturmstadions, in welchem Autonome und andere ein alternatives Stadionfest betreiben. Sei geht auch auf den Polizeieinsatz ein, der bei 20min in einer amüsanten Bilderstrecke zu begutachten ist: «Zuerst hatte die Polizei Gummigeschosse und Tränengas eingesetzt, danach die Aktion 'im Rahmen der Verhältnismässigkeit' aber toleriert.»

Das ist ein ganz vollkommen neuer Ansatz der Polizei. Anstelle von Deeskalation, wird zuerst einmal auf die Teilnehmer eines illegalen Festes ein bisschen geschossen und geprügelt, um dann festzustellen: «So, das reicht. Das war verhältnismässig, jetzt dürfen sie auch ein bisschen feiern. In zwei Tagen schauen wir nochmal vorbei und räumen dann vielleicht.»

Was man durch trinken alles bewirken kann.




Dass Krombacher nach diversen Prozessen wieder damit geworben hat, dass es mit jedem verkauften Kasten einen Quadratmeter Urwald rettet, weiss der geneigte Fernseher.
Die letzte Aktion ist eben zu Ende gegangen.

Dass Bierhersteller gutes tun bei der Vermarktung eines Produktes, das aufgrund seines Alkoholgehalts oft gewaltätige Reaktionen seiner Konsumenten evoziert, ist toll. Imagepflege und dabei Regenwald retten.

Nun haben wir bei unserer Feldstudie in Zürich festgestellt, dass man mit vermeintlich unproblematischen Getränken wie Cola, indirekt auch zu ethnischen Konflikten beitragen kann. Tatsächlich ist es recht süss, sich mit Cola Kurda für ein freies Kurdistan einzusetzen (Werbespruch «Fühl dich frei»). Ein herber Nachgeschmack stellt sich nicht ein.
Wer sich lieber für die türkische Sache einsetzt, kann natürlich auch Cola Turka trinken. Konnten wir nicht probieren, da sie dies nicht im selben Laden hatten.

haha.


Hat ja nicht lange gedauert.


Wer soll denn das bitteschön kaufen?


Das Phänomen der Publireportagen, wie das so schön in der Schweiz heisst, ist den meisten Lesern der Tagespresse nur allzu bekannt. Die schlechteren in der Branche schalten Anzeigen, die aussehen, als wären sie redaktioneller Inhalt. Bessere schaffen es ihre Themen gleich tatsächlich einer Redaktion unterzuschieben. Und die allerbesten vermitteln ihre Beiträge den Redaktionen so, dass der Leser die Werbung gar nicht mehr wahrnimmt.

Nun haben wir aber etwas ganz besonderes gefunden.
Eine Autofirma (Nissan) lanciert analog zu ihren Konkurrenten (Toyota und Honda) eine neue Marke (Infiniti) in Europa. Laut Wikipedia sollen die ersten deutschen Niederlassungen 2009 eröffnet werden. In der Schweiz hat kürzlich eine Firma den PR-Auftrag für Infiniti gefasst, es ist also zu erwarten, dass die Wagen auch bald in der Schweiz verkauft werden sollen.

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Nun ist die Frage, was Infiniti mit Publireportagen zu tun haben. Die Antwort ist eigentlich: Nichts! Denn Nissan geht einen ganzen Schritt weiter und bringt gar ein eigenes Lifestylemagazin an den Kiosk: Die erste Ausgabe von «Adeyaka - infiniti magazine» kann man jetzt für 40.- Franken kaufen. Als Vergleich dazu; das Designermagazin Monocle kostet nur 20.- Franken.

Und was ist drin in Adeyaka, was so viel bedeutet wie elegant?
Erstens ist da das Auto natürlich sehr oft vertreten - so werden die Designer der Firma bei der Arbeit portraitiert. Nicht zuletzt ist aber tatsächlich richtige Werbung im Magazin vorhanden, wie in richtigen Zeitschriften auch. Bezahlte Werbung, etwa jene Anzeige des Herrentextilienherstellers Windsor.

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Die ganze Übung ist furchtbar amüsant. Kommt eine Firma und vermarktet auch gleich die Werbung für die eigene Marke an potentielle Kunden. Interessant wäre ja zu wissen, wie hoch die Auflage ist, ob das Heft tatsächlich gekauft wird. Inhaltlich darf man wohl keine zu hohen Ansprüche an das Heft stellen. Zum Belustigung am Kiosk taugt es aber allemal, zumal man beim Blättern auch unterhaltsames findet.

Was bringt eigentlich die Euro? Ein Querschnitt.


Bisher machte die Euro und die UEFA eigentlich nur schlechte Nachrichten. Erst wurden die lokalen Wirte verärgert und einzelne Wirte verweigerten sich dem UEFA-Biersponsorendiktat. Dann begannen Hausbesitzer an der Fanzone sich zu verbarrikadieren, indem sie mehr oder weniger provisorische Vorrichtungen anbauen liessen, ums sich vor Horden besoffener und hässlicher Fussballfans zu schützen. Bisher wären diese Massnahmen wegen des schlechten Wetters wohl doch nicht notwendig gewesen, denn das verhältnismässig kühle und manchmal auch leicht feuchte Klima lässt die Fans etwas weniger durstig sein, als das kalkuliert worden war. Das merken aber nicht nur die Hausbesitzer.
Aus gut unterrichteten Kreisen erfuhren wir, dass das Parterre, das in der Fanzone auf dem Kasernenareal Bier ausschenkt, bereits über 60 für die Euro eigens angestellte Servicearbeiter entlassen hat.

Dass die Fans ausbleiben, müssen aber auch die Bands im Vorprogramm der Spiele merken. Die Italo-Rapper Tre Cani liessen sich die Laune nicht verderben und zogen ihre Show vor nicht viel mehr als 15 Leuten durch (20min brachte ein tolles Foto, allerdings vom Münsterplatz, wo es nicht viel anders aussieht.). Dass sich kaum jemand für das musikalische Rahmenprogramm interessiert, ist für die Musiker gar nicht so schlimm, denn wenigstens in Bezug auf die Gagen liessen sich die UEFA-Leute nicht lumpen. Diese seien «äusserst anständig», versicherte uns einer, der demnächst Erfahrungen als Alleinunterhalter in der Fanzone sammeln darf.

Dass die Fanmeilen und -zonen leer sind, ist indes kein Basler Problem. In Zürich klagen Standbetreiber, dass sie niemals die Kosten der Standmiete (rund 15'000 Franken) hereinholen können. Und in Wien bleibt die Fanzone leer, die die Stadt auf dem Ring, einer der Verkehrsadern der Stadt, eingerichtet hat. Die Fans vergnügen sich lieber im Prater, als in dem langen, eingezäunten Schlauch im Zentrum der Stadt.

Fanzone

Nicht gut abgeschnitten haben die Veranstalter ebenfalls beim VIP-Programm. Von einer Catering-Mitarbeiterin haben wir folgende Geschichte zugetragen bekommen:
Bei einem der VIP-Anlässe am Eröffnungspiel in Basel, bei welchem die Gäste «rund 2'000 Franken» für die Übertragung und ein begleitendes Essen ausgelegt haben, wurde das zweite Spiel nach dem Essen gar nicht erst gezeigt. Denn den Veranstaltern war es nur recht, wenn die Gästen nun endlich gingen.
Daneben war der VIP-Anlass, bei welchem mehrheitlich ungeschultes Servicepersonal arbeitete, insgesamt so schlecht organisiert, dass schon während des Spiels die sauberen Gläser ausgingen und die einzige Geschirrspülmaschine mit der Reinigung nicht nachkam.
Amüsant ist zudem, dass das Servierpersonal in einem von der UEFA vorgegebenen Outfit arbeiten muss (der kurze Rock wird gestellt, zudem müssen die jungen Damen Schuhe mit Absätzen tragen). Pikant ist, dass jede Angestellte jeweils nur ein Exemplar des Rocks erhalten hat - nach einem 10-Stunden Tag (ohne Pause) wird offenbar noch erwartet, dass der Arbeitnehmer das Kostüm zur VIP-Betreuung für den Folgetag selbst reinigt und trocknet.

Prinzipiell dürfte das schlechte Wetter Österreich und die Schweiz vor weiterer Unbill bewahren. Denn bleiben die Temperaturen niedrig und das Wetter eher feucht, dann bestehen auch gute Chancen, dass die Bäume in den Euro-Städten nicht zugrunde gerichtet werden, wie dies bei der Weltmeisterschaft in Deutschland offenbar der Fall gewesen ist, als Horden von Fussballfans die Böden mit ihrem Urin verseuchten. Aber noch ist ja noch nicht aller Tage Abend...

What's inside the bag? [Tag I]

Erster Stop: Konferenz DesignMiami Basel.

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Der «Bag» selbst ist sehr ansehnlich. Aussen gelb gestreift, innen viollett. Das Material ist robust, die Verarbeitung sehr sauber. Logo und Sponsoren treten sehr zurückhaltend mit einem kleinen goldenen Druck auf beiden Seiten der Tasche auf. Die Tasche ist ideal um einen mittleren Einkauf zu bewältigen, notfalls lässt sich auch nur Milch und Orangensaft transportieren - so stabil scheint die Tasche. Doch was ist drin?

Brauchbar:
Eine CD mit dem Presskit in einem kleinen stabilden Case.
Ein Flyer für die Design Talks am Dienstag und Mittwoch Abend 18 Uhr.
Ein Leporello vom Sponsor HSBC mit einem übersichtlichen Plan der Messen. Praktisch für Auswärtige.
Ein kleiner Exhibition Guide, leider wenig informativ.
Eine Einladung für die Vitra Campus Party mit A Touch of Class (pomos berichtete).
Der Katalog der Messe.

Unbrauchbar:
Werbebroschüre «Traces» von Audi. Schön gestaltete Werbung mit Foliendruck, dennoch bleibt es Werbung.
Eine RSVP-Einladung für eine Nike Fussballausstellung.
Eine Zeitschrift namens designfocus herausgegeben von «The Art Newspaper».
Die Pressemitteilung, dass nun Audi den VIP-Transport der Art übernommen hat.
Zwei Pressemitteilungen von «Louise Blouin Media».
Das Magazin «Art+Auction», welches grösstenteils aus Werbung besteht.
Ein Werbedruck des Hauptsponsors HSBC.

Extra gab es eine Einladung für einen Cocktailempfang bei Audi. Sehr freundlich, dankeschön.




Zweiter Stop: Liste Preview
Leider gab es hier keinen Bag. Dafür nur brauchbares: eine Pressemappe und einen Katalog, der freundlicherweise von den Sponsoren offeriert wurde.

Dritter Stop: Volta Preview
Leider gab es hier keinen Bag. Dafür die Pressemappe in Form einer CD.

Vierter Stop: Art Basel
Hier gab es wieder einen Bag. Leider ist der Karabiner der Trageschlaufe etwas überfordert mit dem Gewicht des Inhalts. Die Tasche selbst soll aber wasserdicht sein. Ob die Messebesucher nach dem Kauf des Katalogs schwimmen gehen, darf bezweifelt werden. Diskret vertreten ist das Logo des Hauptsponsors.

In der Tasche befindet sich eine ausführliche Pressemappe, mit allen Informationen, die man brauchen kann, des weiteren der Katalog der Messe, als auch der Art Unlimited Katalog. Bis auf eine Pressemitteilung des Hauptsponsors UBS ist keine Werbung bei den Materialien zu finden.

Ausserdem gab es eine Einladung für die Preview der Unlimited, gültig für eine Person mit Begleitung. Sehr nobel.

Morgen folgt Teil II der Serie What's inside the bag?

Bis dahin ein Tipp: Freitag 22 Uhr wird im Stadtkino Basel Daft Punk's Electroma gezeigt. Freunde von Zabriskie Point werden auch diesen Film mögen.


Pomos über alles seit dem Barock bis heute.

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