Was machst denn Du da?



Stallone mit Sam und Beyeler. Passt wie Faust aufs Auge.

A propos verpassen: Surrealisten im Kunstmuseum Basel



Freitag Abend ist im Kunstmuseum die Vernissage von «Les yeux enchantés», einer Ausstellung über Zeichnungen und Druckgraphik des Surrealismus. Darunter auch einige Bilder aus dem Fundus, die noch nie gezeigt wurden.

Ein kleines Samstagsprojekt




1. Mal schauen: Nett gemacht. Flinke Hände. Interessante Musik.

2. Mal schauen: Irgendwo klebt der doch was zusammen.

3. Mal schauen, 45 minuten später, nach Zuhilfenahme von Quicktime, um alles grösser und vieeeel langsamer zu sehen: Oh mein Gott. Das geht nie im Leben.

ca. 20.Mal schauen, weitere 30 minuten später: Es geht! Und es ist unheimlich schön, wenn ein Plan funktioniert.

Von den flinken Fingern und merkwürdigen Ringen war nicht nur ich fasziniert. Ein paar Franzosen haben der scheinbaren Unmöglichkeit des Nachmachens kreativ Tribut gezollt.


Urban Remix

Stepanie Cherpin: Untiteld, mixed medium, 2008

Stephanie Cherpin macht aus Autotüren Totems. Aus den Bürsten von Autowaschanlagen macht Sie "debile Bewohner", und aus ein paar ausgedienten Bügelbrettern und Dämmmatten entsteht ein Kabutohelm in Übergrösse. Die junge Französin arbeitet häufig mit vorgefundenen Materialien und schafft so Skulpturen aus dem Zurückgelassenem und Übriggebliebenem. Wir hatten über Stepahnie berichten wollen während der Art-Woche, wo wir sie interviewen konnten. Nach langer Zeit haben wir das Interview jetzt transkribiert und übersetzt:

Was ist Ihre Inspiration um mit Skultpuren und nicht mit Bildern oder Malerei zu arbeiten?
In der Bildhauerei arbeitet man mit dem Reellen, dem Existierenden, und nicht mit Bildern. Ich habe es schon vorher mit Bildern versucht, aber sie sind mir zu flach. Die Arbeit mit Bildern ist für mich keine Option. Was mir fehlte, war eine gewisse Körperlichkeit. Das skulpturelle Arbeiten ist wie das Interagieren mit einer anderen Person. Man kann sich um sie drehen, man kann sie angreifen und attackieren. Es hat etwas von einem Kampf zwischen mir und der Skulptur, die ich schaffe. Ausserdem ist man in der Bildhauerei nicht auf ein Atelier angewiesen, vielmehr kann einem die ganze Welt als Studio dienen.

Die Dinge, die Sie verwenden machen den Eindruck, als würden sie von einer Müllkippe kommen?
Die Materialien, die ich verwende, werden in einem gewissen Masse schon wiederverwertet. Andererseits kaufe ich auch Materialien, die sich für meine Arbeiten verwenden lassen, in den Industriegebieten: im Grosshandel, oder bei grossen Unternehmen. Auf jeden Fall liegt meiner Beschaffung immer eine Fahrt, quasi eine Expedition zugrunde. Ich brauche für die Beschaffung und dem Nachspüren der Materialien praktisch gleich viel Zeit, wie für die gestalterische Arbeit im Atelier. Für mich ist es wichtig rumzukommen, mit meinem Auto rumzufahren.

Ihre aktuelle Arbeit, die ja letztlich aus nichts anderem als Autoschrott besteht, hat einen totemistischen Charakter...
Ja, da habe ich in einem Atelier gearbeitet, dass schon voller Schrott war. Das war ein Atelier eines Dachdeckers, der hat einfach alles in seinem Atelier zurückgelassen. Vor dem Atelier hatte jemand sein Auto ausgeschlachtet, und da hab ich die ausgebauten Verschalungen entdeckt und wusste: Mit denen muss ich arbeiten. Also habe ich sie gewaschen und gesäubert, und dann war es wie ein Dialog mit den Türverschalungen, ich habe sie rumgeschoben und geschaut, was lässt sich mit ihnen machen.
Aber Sie haben recht, die Arbeit hat schon stark etwas von einem Totem. Ich war einmal in Afrika und da habe ich viele rituelle Handlungen beobachten können. Man nimmt auch als Zuschauer an ihnen Teil ohne genau ihren Ablauf zu verstehen und ist damit auch ein Teil des Rituals selbst. Dies hat mich sehr geprägt.
Auch in der Art und Weise zu arbeiten und die Welt zu sehen, ist es ja nie wirklich möglich zwischen Mystischem und Reellen zu unterscheiden.

So wie das Heilige und Profane, wie dies Lévy-Strauss entwickelte?
Mir fällt tatsächlich auf, dass sich der Zweck der Materialien, die ich für meine Arbeiten verwende, oft nicht von dem unterscheidet, den dann meine Arbeiten im Alltag übernehmen. Dabei verwende ich meist Materialien, die - bevor sie in mein Atelier kommen - keiner mehr sehen will. Und wenn sie dann wieder mein Atelier verlassen, haben sie wieder eine neue kulturelle Funktion.
Das ist auch der Grund, warum ich die Bildhauerei bevorzuge. Das, was meine Arbeiten leisten, kann niemals durch ein Bild erreicht werden. Klar kann man ein Bild in meinen Skulpturen finden, aber dann würden diese auf etwas reduziert, was sie nicht sind.

Kittler gibt (Rauch-)Zeichen im TV

kittler_raucht

Ausgerechnet im ZDF, dem anderen grossen alten Tier im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, findet sich spätnachts ein intelektueller Männerclub zusammen um über nichts anderes als die Wiege unserer Kultur zu diskutieren.

Vielleicht aber auch nur, um zum Zeitpunkt, an dem die Nacht am dunkelsten ist für alle Freunde der Rauchwaren, eine lang vergessene essentielle Tätigkeit von Fernsehtalkrunden wieder zu beleben: Die gepflegte Zigarette, lässig in der Hand gehalten während man im Sessel sitzt und anderen wichtigen Menschen zuhört.

Darf man das? Rauchen im halbstaatlichen Fernsehen, wo überall Verbote erlasssen werden, wo Raucher vor die Tür gejagt und als Volksvergifter auf allen Schachteln angeprangert werden? Grossartig.

A propos verpassen: Vernissage im Vitra Design Museum



Heute Abend 20 Uhr ist im Vitra Design Museum die Vernissage der Ausstellung über George Nelson.

Ebenfalls verpasst jene über Revoluzer in Liestal. Aber die 68er sind eh von gestern.

Blah!



Justice hat einen neuen Track in vier Versionen produziert. Klingt wie gehabt. Manches besser, manches weniger.

Und in Basel ist morgen, Donnerstag am Klosterberg die Eröffnung von Mats Staubs «Meine Grosseltern», die zuvor schon in Bern und Zürich zu sehen waren.

A propos verpassen: Vialka und Lem Phago heute im Schlachthof



Heute Abend, 21 Uhr, beginnen im Schlachthof an der Schlachthofstrasse 10 die Konzerte von Vialka und Lem Phago. Erstere machen vielleicht etwas verrücktere Musik, Lem Phago klingen da schon wie vernünftige Gitarrenmusik.

A propos verpasen: Ars Electronica



A propos Festival der Elektronischen Künste: Momentan läuft in Linz ja die Ars Electronica. Und wiedermal einmal nicht da. Aber meine Korrespondentin hat berichtet über interessante Arbeiten:
Der Fulgurator: Der Fulgurator ist ein Projektionsgerät von einem bärtigen Mittzwanziger, der mit seiner Blitz-Kamera Kombination (patent pending) die Arbeit von professionellen und Amateurfotografen stört. So geschehen etwa bei Obamas Besuch in Berlin.
Nur schade, dass das Gerät so wehrhaft aussieht. Unauffällig ist es nur bedingt.

Ebenfalls fand besondere Erwähnung der Kurzfilm «Madame Tutli Putli» (Teil 2 nicht vergessen), einem Stop-Motion Film, in welchem die Augen allerdings menschliche sind, um die Figuren menschlicher zu machen.

A propos verpassen: Vernissage im Kunstmuseum



Wer meint Stilleben sind eine traurige Angelegenheit, kann ab morgen in der Ausstellung «Die Magie der Dinge» eines besseren belehrt werden. Speziell morgen um 17 Uhr anlässlich der Vernissage, wenn der Kurator Bodo Brinkmann über Blumen-Brueghel, Spargel-Coorte und Konsorten sprechen wird. Gar viel gibt es zu auf den Bildern zu entdecken. Im Falle unseres Freundes Blumen-Brueghel sind es gar possierliche Tierchen, die Gott dem Allmächtigen Gesellschaft leisten, während dieser Adam Eva aus dem Brustkorb reisst. Einzig, das Federkleid der neckisch grinsenden Eule ist nicht ganz so exquisit in der Ausführung, wie der Rest des Bildes. Aber gut, es ist ja auch ein Bild von Jan dem Älteren, der hat vielleicht nicht mehr so gut gesehen...


Pomos über alles seit dem Barock bis heute.

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